Schwestern der Heimsuchung Mariens

Der Orden von der Heimsuchung Mariens (OVM), dessen Mitglieder im deutschsprachigen Raum auch unter dem Namen Salesianerinnen oder Visitantinnen bekannt sind, wurde am 6. Juni 1610 vom heiligen Franz von Sales und der heiligen Johanna Franziska von Chantal gegründet.

Das erste Kloster der Heimsuchungsschwestern befand sich in Annecy, Frankreich , der Stadt, in der Franz von Sales als Bischof lebte. Der Name „Orden von der Heimsuchung Mariä - Ordo Visitation Mariae (OVM)“ rührt von dem im Lukasevangelium beschriebenen Besuch der mit Jesus Christus schwangeren Gottesmutter bei ihrer Verwandten Elisabet her  (Lk 1,39-56). Johanna Franziska von Chantal und Franz von Sales wollten mit diesem Namen die Tätigkeit der neuen Ordensgemeinschaft ausdrücken: Heimsuchungsschwestern sollten Arme, Kranke und Bedürftige daheim aufsuchen, um sie zu unterstützen. In diesem Dienst soll Gott gepriesen werden: „Magnifikat ... Meine Seele preist die Größe des Herrn“. Quelle für dieses karitative Tun ist das Gebet – die Gottesliebe sollte durch die Nächstenliebe sichtbar werden.

Als im Jahr 1615 in Lyon ein zweites Heimsuchungskloster gegründet werden sollte, wurde dieses Konzept vom zuständigen Erzbischof abgelehnt, weil er sich nicht mit einem karitativ tätigen Frauenorden – damals eine Novität – abfinden konnte.
Die Heimsuchungsschwestern und ihre Gründerpersönlichkeiten beugten sich dem Entscheid des Bischofs, und so wurde die Kongregation in einen kontemplativen Orden umgewandelt, der im Jahr 1618 von Papst Paul V. die päpstliche Anerkennung erhielt.

Als Franz von Sales rund vier Jahre nach der päpstlichen Anerkennung des Ordens im Jahr 1622 starb, existierten schon 13 Heimsuchungsklöster. Beim Tod der Gründerin Johanna Franziska von Chantal im Jahr 1640 waren es bereits 87 Klöster.

Heute gibt es etwa 155 Klöster auf vier Kontinenten. In Deutschland wurde das erste Heimsuchungskloster 1667 in München gegründet, in Österreich 1717 in Wien.

Zu den bekanntesten Ordensschwestern der Heimsuchung gehören die heilige Margareta Maria Alacoque (1647–1690), die im Kloster von Paray-le-Monial in Burgund lebte und in einer Vision den Auftrag erhielt, die Herz Jesu-Verehrung voranzutreiben, sowie Mutter Maria Salesia Chappuis (1793–1875) aus dem Kloster in Troyes (Frankreich), die gemeinsam mit P. Louis Brisson die Oblaten des heiligen Franz von Sales gründete. Selig gesprochen wurden auch die sieben Märtyrerinnen des Heimsuchungsklosters von Madrid, die während des spanischen Bürgerkrieges 1836 hingerichtet wurden. Für die ungarische Heimsuchungsschwester Maria Margit Bogner(1905-1933) läuft der Seligsprechungsprozess, ebenso wie für die französischen Heimsuchungsschwestern Marie-Marthe Chambon (1841-1907) und Françoise-Thérèse (Léonie) Martin (1863-1941).

Der Orden der Heimsuchung ist ein beschaulicher Orden mit Klausur. Insofern gehören persönliches Gebet und Chorgebet zu den wichtigsten Aufgaben der Salesianerinnen. Dazu kommen vielfältige Dienste für die Klostergemeinschaft (Pforte, Verwaltung, Haus und Garten). Einige Schwestern sind in der Erwachsenenbildung (Exerzitien, geistliche Begleitung) oder auch im erzieherischen Bereich tätig.

Weitere Informationen über den Orden der Heimsuchung: www.franzvonsaleslexikon.de

 

ORDENSWAPPEN
LEITBILD
MARGARETA MARIA ALACOQUE
MÄRTYRERINNEN VON MADRID
PERSÖNLICHKEITEN

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