Selige Gabriela und ihre Gefährtinnen -

Die sieben Märtyrerinnen von Madrid


Gabriela und ihre Gefährtinnen

Gabriela de Hinojosa (* 24. Juli 1872 in Alhama, Spanien (Provinz Granada); † 18. November 1936 in Madrid) war während des spanischen Bürgerkrieges (1936-1939) Leiterin des Heimsuchungsklosters in Madrid. Diese katholische Ordensgemeinschaft wurde 1610 von Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal in Frankreich gegründet. Zusammen mit ihren Mitschwestern Teresa Cavestany, Josefa Barrera, Inés Zudaire, Engracia Lecuona und Angela Olaizola wurde sie am 18. November 1936 hingerichtet. Am 23. November wurde auch die Mitschwester Cecilia Cendoya, die zunächst fliehen konnte, getötet. Als die Sieben Märtyrerinnen von Madrid sprach sie Papst Johannes Paul II. am 10. Mai 1998 in Rom selig. GEDENKTAG: 18. November


1.  Kirchenkampf in Spanien

In Madrid waren die sieben Schwestern hautnah mit dem Kirchenkampf im Spanien der dreißiger Jahre konfrontiert. Im Jahr 1930 wurde die Monarchie, die zwar der Kirche wohlgesonnen war, jedoch die Probleme der Landbevölkerung und der aufkeimenden Industriegesellschaft nicht in den Griff bekommen hatte, von den Republikanern abgelöst. Die freilich zeigten wenig Sympathien für die Kirche. Nach friedvollen Jahren begann für die Katholiken in Spanien eine schwere Zeit: Klöster wurden angezündet, der Bischof von Toledo musste in die Verbannung gehen und das gesamte Kirchengut wurde eingezogen.
Auch die Salesianerinnen waren von diesen antikirchlichen Maßnahmen betroffen. Das Heimsuchungskloster in der spanischen Hauptstadt war kein sicherer Ort mehr, und deshalb mussten die Ordensfrauen sich aufs Land zurückziehen. Zwar kehrten sie bald zurück, als sich die Situation im Land entspannte. Im Zug des spanischen Bürgerkriegs verschärfte sich allerdings die Lage der spanischen Kirche erneut, und abermals mussten die Ordensfrauen fliehen.

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2.  Martyrium

Die sieben Märtyrerinnen blieben zum Schutz des Klosters in Madrid, nachdem ihre Mitschwestern die Kommunität verlassen hatten, um an sichereren Orten Zuflucht zu finden. Als im Juli 1936 die Lage für Ordensleute in der spanischen Hauptstadt immer bedrohlicher wurde, versteckten sich die Schwestern in einer Wohnung in der Stadt. Sie wussten wohl, dass sie an diesem Ort keineswegs sicher waren, aber sie waren bereit, den Tod auf sich zu nehmen, wenn er denn für sie bestimmt war. Auch wollten sie, egal, was geschieht, in Gemeinschaft beisammen bleiben. So lehnte beispielsweise Schwester Maria Angela es ab, bei ihrem Neffen Zuflucht zu nehmen, als der sie dazu drängte. „Mein Platz ist bei meinen Schwestern, und dann wird sich Gottes Willen erfüllen“, waren ihre Worte. Kurze Zeit später wurden die Schwestern von zwei Frauen angezeigt, nachdem sie diese in ihrem Versteck beten hörten, und am 18. November 1936 nahm sie die Miliz fest. Nur wenige Stunden später fallen sechs von ihnen im Kugelhagel des Erschießungskommandos. Schwester Maria Cecilia flieht instinktiv, doch liefert sie sich noch in derselben Nacht der Miliz aus. Sie hätte es nicht ertragen können, ihre getöteten Mitschwestern im Stich zu lassen. In der Nacht vom 22. auf den 23. November erleidet auch sie den Märtyrertod.

Raymund Fobes


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