Erdbeeren

Thema: Eucharistie, Stärkung, Erneuerung

flickr:strawberry with sugar

Die zartesten und am leichtesten verderblichen Früchte wie Kirschen, Erdbeeren, Aprikosen halten sich lange, wenn sie in Zucker oder Honig eingemacht sind; ist es dann ein Wunder, wenn unser Herz, obgleich zart und schwach, vor der Fäulnis der Sünde bewahrt bleibt durch den kostbaren, dem Verfall nicht ausgesetzten Leib und das unverwesliche Blut des Gottessohnes? Die Christen, die verdammt werden, müssen vor dem gerechten Richter verstummen, wenn er ihnen vor Augen führen wird, wie unrecht sie daran taten, ihre Seele dem Tod zu überantworten, während sie sich gesund und lebendig erhalten könnten durch den Genuss seines Leibes, den er uns dafür hinterlassen hat. "Unselige", wird er sagen, "warum seid ihr gestorben, da euch die Frucht des Lebens, die Lebensspeise zur Verfügung stand?" (DASal 1, Seite 100)

Kommentiert: Der regelmäßige Empfang der Eucharistie schenkt uns Stärkung und Erneuerung


Thema: Verschiedenheit, Neid

Hüten wir uns aber, zu untersuchen, warum die höchste Weisheit lieber diesem als einem anderen besondere Gnaden spendete oder warum sich Gott an einem Ort freigebiger zeigt als an einem anderen. Nein, mein Theotimus, erlaube dir nie diese Art von Neugierde! Jeder von uns hat hinreichend, ja überschwänglich alles Nötige, um sein Heil zu erlangen. Welchen Grund könnte man also haben, sich zu beklagen, wenn es dem Allerhöchsten gefällt, seine Gnaden dem einen in reichlicherem Maß als dem anderen zu verleihen? Würde man nicht lachen über einen, dem es einfiele zu fragen, warum Gott die Melone größer als die Erdbeere, die Lilie größer als das Veilchen schuf? Warum der Rosmarinstrauch nicht eine Rose, die Nelke nicht eine Ringelblume ist, warum der Pfau schöner ist als die Fledermaus, warum die Feige süß, die Zitrone säuerlich ist? Würde man ihm nicht sagen: Du armer Mensch, die Schönheit der Welt erfordert ja gerade die Mannigfaltigkeit. Deshalb müssen die einzelnen Dinge mit verschiedenen und ungleichen Vollkommenheiten bedacht sein und keines darf dem anderen gleichen; es muss kleine und große, süße und sauere, schönere und minder schöne Dinge geben. (DASal 3, Seite 117)

Kommentiert: Alles hat seinen eigenen Wert und Reiz und gliedert sich ein ins Ganze.


Thema: Tugenden, Ansteckung

flickr:strawberries

Die in ländlichen Dingen Bewanderten bewundern die frische Unberührtheit und Reinheit der Erdbeeren; denn obwohl sie auf der Erde liegen und beständig von Schlangen, Eidechsen und anderen giftigen Tieren niedergedrückt werden, nehmen sie nicht die geringste Wirkung des Giftes, noch irgendeine schädliche Eigenschaft an; ein Zeichen, dass sie gar keine Anfälligkeit dafür haben. Von dieser Art sind auch die menschlichen Tugenden, Theotimus. Halten sie sich auch in einem niederen, irdisch gesinnten und von der Sünde sehr eingenommenen Herzen auf, so werden sie doch in keiner Weise von dessen Bosheit angesteckt. Sie sind von so echter und lauterer Natur, dass diese durch das Beisammensein mit dem Laster nicht verdorben werden kann. Hat doch Aristoteles selbst gesagt, die Tugend sei eine Fertigkeit, mit der niemand Missbrauch treiben könne (s. X,15). (DASal 4, Seite 227)

Kommentiert: Die Tugenden lassen sich nicht anstecken vom Bösen


Thema: Vorsehung, Trauer, Leid

Es lebe Jesus! Ich werde immer die Partei der göttlichen Vorsehung ergreifen, sie macht alles richtig und ordnet alle Dinge zum Besten (Weish 12,15). Welches Glück für dieses Mädchen, von der Welt hinweggenommen zu sein, auf dass die Bosheit nicht ihren Sinn verkehre (Weish 12,15), und diesen schmutzigen Ort verlassen zu können, bevor sie noch von ihm besudelt wurde (Ps 68,13)! Man pflückt die Erdbeeren und Kirschen vor den Bergamottebirnen und den Äpfeln, weil eben die Zeit dazu da ist. Lassen wir also auch Gott pflücken, was er in seinen Garten gepflanzt hat; er pflückt alles zur rechten Zeit. (DASal 5, Seite 158)

Kommentiert: In Gottes liebender Vorsehung hat alles seine Zeit


Thema: Liebloses Reden

Meine sehr liebe Tochter, seien Sie in den Gesprächen im Frieden über allem, was da gesagt und getan wird; denn ist es gut, haben Sie Grund, Gott dafür zu preisen; und ist es schlecht, dann können Sie Gott dadurch dienen, dass Sie Ihr Herz davon abwenden, ohne weder die Entsetzte noch die Verärgerte zu spielen; denn Sie können nichts dafür und haben nicht genug Einfluss, um die schlechten Worte jener abzulenken, die sie sagen wollen, ja die noch schlimmere sagen würden, wenn man sich merken ließe, sie davon abhalten zu wollen. Wenn Sie so handeln, werden Sie ganz unschuldig bleiben mitten im Zischeln der Schlangen und wie eine Erdbeere kein Gift aufnehmen durch den Umgang mit giftigen Zungen. (DASal 6, Seite 313)

Kommentiert: Das Herz abwenden, wenn lieblos geredet wird.